Informationsabend der Freien Wähler gewährt Einblick in einen schwierigen Prozess

„Das kann doch alles nicht wahr sein !“, denkt sich so manch einer, der interessierten Bürgerinnen und Bürger an unserem Informationsabend zum Breitbandausbau in Waghäusel . Die Rede ist von den Hindernissen Problemen mit denen die Stadt Waghäusel bei der Umsetzung des Breitbandausbaus zu kämpfen hat;  aber der Reihe nach.

Freie Wähler Informationsveranstaltung zum Breitbandausbau in Waghäusel
Freie Wähler Informationsveranstaltung zum Breitbandausbau in Waghäusel

Bürgermeister, Thomas Deuschle, stellte uns am 22.02. im 12er Vereinsheim in einem sehr informativen und interessanten Vortrag, die Planungen und Aktivitäten rund um den Breitbandausbau in Waghäusel vor.  Begonnen von der bescheidenen Situation des Breitbandausbaus Deutschlands im Vergleich zu anderen Nationen – da rangieren auf Platz 25- bis hin zur konkreten Situation der Versorgung in den verschiedenen Stadtteilen.  Während der Ortsteil Waghäusel gut gut durch Firmen am Markt versorgt wird, tun sich in Wiesental und insbesondere in Kirrlach größere Lücken auf. 

Glasfaserverlegung
3 Glasfaserstränge von 3 Anbietern im selben Graben

Diese als erstes zu schließen, ist das kurzfristige Ziel, um eine Grundversorgung mit schnellem  Internet möglichst allen Bürgern bereitzustellen. Da am Markt befindliche Unternehmen oftmals die hohen Investitionen in versiegeltem Grund mit beschränktem Kundenpotenzial scheuen, haben sich 2014 dreißig Landkreiskommunen zusammengeschlossen,  um über die Gründung der Breitband Landkreis  Karlsruhe GmbH den Ausbau voranzutreiben.

 

Um möglichst schnell, d.h. bis ca. Ende 2020 für die bestehenden Lücken in den Stadtgebieten die Situation zu verbessern, werden die Knotenpunkte der Hausanschlüsse mit einer schnellen Glasfaser-Versorgung angefahren, sofern dies möglich ist. Leider bedingt die letzte Strecke zwischen Knotenpunkt und Haus über Kupferleitung, dass hier zwar bis zu 100 Mbit in der Nähe des Knotens möglich sind, aber man noch weit von den Möglichkeiten einer kompletten Glasfaserversorgung entfernt ist.  Langfristig soll jedoch jeder Haushalt die Möglichkeit erhalten über eine Glasfaser-Leitung angeschlossen zu werden. Hier reden wir dann aber von Zeiträumen von 15-20 Jahren.   

Hindernisse,  um auch die kurzfristigen Maßnahmen umzusetzen,  gibt es viele. Zum Beispiel darf aufgrund der Verwendung von öffentlichen Geldern beim Ausbau nicht in den Wettbewerb mit Firmen getreten werden, wenn diese bereits eine ausreichende Versorgung bereitstellen.  Oder die Beauftragung von Ausbauleistungen stößt an vergaberechtliche Grenzen, so dass nur sukzessive der Ausbau angegangen werden kann. Ärgerlich ist bei der gesamten Unternehmung, dass die klassischen Unternehmen, die Breitbandnetze in unserer Region anbieten,  nur wenig Wille zur Zusammenarbeit und Kooperation zeigen. So  werden beispielsweise ohne Absprache mit der Stadt Gebiete erschlossen. Die Folge ist, dass Planungen und Umsetzungsmaßnahmen der Stadt für dieses Gebiet obsolet werden. Die Zeit und Arbeit hätte man an dieser Stelle sparen können, um somit dem Bürger in anderen nicht erschlossenen Gebieten den Vorrang geben zu können. Dieser und andere Punkte führten damit zum vermehrten Kopfschütteln bei den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern.

Martin Schuppler dankt Bürgermeister Thomas Deuschle
Martin Schuppler dankt Bürgermeister Thomas Deuschle

Es bleibt festzustellen, dass die Stadt im Rahmen Ihrer Möglichkeiten den Ausbau so schnell wie möglich vorantreibt.  Insbesondere Bürgermeister, Thomas Deuschle, ist dies auch ein persönlichen Anliegen. Dafür und für einen sehr informativen und aufschlussreichen Abend danken wir Herrn Deuschle.  Wir werden das Thema weiter verfolgen und auch mit der Freien Wähler Fraktion im Gemeinderat den Breitbandausbau weiter unterstützen.